Mit der Vorstellung, die Haut wie ein Kleid
wechseln zu können, konfrontiert Julia Baur
den Betrachter. Nicht wenige Redewendungen
drehen sich um dieses wichtige Organ. Ob man
sich seiner Haut erwehrt oder sie so teuer wie
möglich zu verkaufen sucht, ob man nicht in
jemandes Haut stecken möchte oder aus der
eigenen nicht heraus kann obwohl man sich in
ihr nicht wohlfühlt und ohnehin alles zum
Aus-der-Haut-fahren findet stets ist man
bestrebt, mit heiler Haut davon zu kommen.
Die Haut ist untrennbar mit unserer Biografie
verbunden. Sie berichtet über Ereignisse, die
nicht nur unter die Haut gehen, sondern sich
auch auf ihr abzeichnen und Spuren hinterlassen.
Die Haut gibt Auskunft über Veränderungen,
Einschnitte und Störungen; zugleich dient sie
als Schutz, sie schirmt und schließt den Leib
nach außen ab und lässt nur die Hülle sehen.
Welche Möglichkeiten aber hat das Medium
der Fotografie ? Ist sie ausschließlich an die
sachliche Wiedergabe der Oberfläche der
Dinge gebunden, oder kann sie in tiefer
liegende Schichten eindringen und das
zeigen, was uns unter die Haut geht ? |